Tierhaltung

    Färsenaufzucht: Vom Kalb bis zur tragenden Färse

    9 Min. Lesezeit

    Färsenaufzucht ist Geduldsarbeit. Zwei Jahre vergehen vom ersten Kolostrum bis zur ersten Kalbung. In diesen 24 Monaten entscheidet sich, wie lange das Tier später im Bestand bleibt – und ob sich die Aufzucht überhaupt rechnet.

    Phase 1 – Tränkperiode (0–3 Monate)

    Der Grundstein wird in den ersten Lebensstunden gelegt. Mindestens 4 Liter hochwertiges Kolostrum innerhalb der ersten sechs Stunden – das ist die wichtigste Versicherung gegen Krankheiten in der gesamten Aufzuchtphase.

    Eine intensive Tränkephase mit ad-libitum-Vollmilch oder 8 Litern Milchaustauscher pro Tag fördert die spätere Milchleistung deutlich. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle.

    Phase 2 – Aufzucht (3–15 Monate)

    Nach dem Absetzen geht es um Pansenentwicklung. Strukturreiches Heu und ein angepasstes Kraftfutter sorgen für gleichmäßiges Wachstum von ca. 800 g Tageszunahme.

    Wichtig: Nicht zu fett werden lassen. Eine zu energiereiche Ration in dieser Phase verfettet das Eutergewebe und kostet später Milchleistung.

    Phase 3 – Besamung & Trächtigkeit (15–24 Monate)

    Mit etwa 380–420 kg Lebendgewicht und 14–16 Monaten ist die Färse besamungsreif. Ein zu spätes Erstkalbealter verschlechtert die Wirtschaftlichkeit deutlich – jeder zusätzliche Monat kostet Geld, ohne Gegenwert zu liefern.

    Drei Wochen vor dem Kalben startet die Anfütterung mit der Laktationsration. Eine ruhige Eingewöhnung in die Abkalbebox reduziert Stress und Komplikationen.

    Tiefergehende Fragen zu diesem Thema? Markus Jehle berät landwirtschaftliche Betriebe auch persönlich – praxisnah, von Landwirt zu Landwirt.

    Gespräch vereinbaren